Beitrag zum Thema: Qualifikationsanforderung und Qualifizierung im Rahmen der Tagung : „Damit auch die Kinder zu Worte kommen, wenn es um ihr Schicksal geht...“ in der Evangelischen Akademie Bad Boll vom 4.-5.2.98

Qualifikationsanforderung

Voraussetzung sind

Darüber hinaus wird erwartet

Qualifizierung

Die Ausbildung vom Verein Anwalt des Kindes in Hamburg e. V besteht zentral darin, auf der Grundlage des Grundwissens diese vorausgesetzte Bereitschaft in eine tief verwurzelte Grundhaltung zu verwandeln, die allen Beteiligten, besonders aber dem zu begleitenden Kind/Jugendlichen glaubhaft vermittelt werden kann.

Nur dann kann und wird nach unserer langjährigen Erfahrung der Einsatz von „Anwalt des Kindes“ zu einem guten Ergebnis führen.

Gerade in den Erstgesprächen mit dem Kind/Jugendlichen ist es wichtig, daß das Kind/der Jugendlichen Vertrauen gewinnt und dem Team „Anwalt des Kindes“ den Auftrag zur Vertretung seiner Interessen in dem anhängigen Verfahren erteilt.

Die Ausbildung muß diese Fähigkeiten vermitteln.

Das geschieht hauptsächlich durch Rollenspiele und praktische Übungen u.a. mit Hilfsmitteln der Kinderdiagnostik z.B. Familienbrett, um z.B. auch kleinere Kinder dazu zu veranlassen, ihre Wünsche zu äußern.

Um in die Verfahren den Willen des Kindes/Jugendlichen sachgerecht einbringen zu können, werden alle einschlägigen Bestimmungen der entsprechenden Gesetze und Verordnungen speziell unter diesem Gesichtspunkt durchgearbeitet und in praktischen Übungen erläutert.

Alle für die Arbeit als Team „Anwalt des Kindes“ wichtigen Erkenntnisse aus der Kinderpsychologie und der Gesprächsführung werden ebenfalls an Beispielen erläutert und ihre Anwendung geübt.

Die Fähigkeit, sich als Team auf die eigenen Rolle als Interessenvertreter des Kindes/Jugendlichen zu konzentrieren, wird auch durch die Abgrenzung von den Aufgaben z. B. der Rechtsanwältin/des Rechtsanwalts , des Amtes für Jugend, des Familiengerichts, der Gutachterin, des Gutachters, der Familientherapie und der Mediation geübt.

Dazu finden Gespräche mit VertreterInnen der genannten Gruppen statt. In diesen Gesprächen wird deutlich, wo die Grenzen von „Anwalt des Kindes“ sind und wie eine gute Zusammenarbeit aussehen kann.

Aus unsere Sicht ist es die Hauptaufgabe von „Anwalt des Kindes“, eine Beziehung zu dem betroffenen Kind/Jugendlichen herzustellen und von ihm einen Auftrag zu erhalten und von allen Beteiligten in diesem Auftrag ernst genommen zu werden.

Deswegen ist unserer Meinung nach ein Team notwendig, in dem die pädagogische/ psychologische und juristische Grundqualifikation vertreten ist.

Denn nur ein interdisziplinäres Team ist auf Grund unserer langjährigen Erfahrung in der Lage, auch in schwierigsten Fällen immer wieder beim Kind/Jugendlichen zu bleiben und dessen Interessen erfolgreich in das Verfahren einzubringen, mit der Zielsetzung, daß eine Entscheidung zum Wohl des Kindes/Jugendlichen herbeigeführt wird, mit dem das Kind/der Jugendlichen einverstanden ist und auch alle anderen Beteiligten - es herrscht dann Rechtsfrieden.

Das ist unsere Erfahrung von über 10 Jahren in über 200 Fällen.

Unsere Ausbildung umfaßt 50 Doppelstunden und hat ihren Schwerpunkt in der Praxis.