Anwalt des Kindes stellt sich vor

Ab dem 1. Juli 1998 ist eine eigenständige Interessenvertretung Minderjähriger mit dem § 50 FGG in die Rechtspraxis eingeführt worden. Wir möchten diese gesetzliche Neuregelung zum Anlaß nehmen, Ihnen unseren Verein und unser Angebot kurz vorzustellen.

Seit über 15 Jahren arbeiten wir an einer Verbesserung der Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen in gerichtlichen sowie in außergerichtlichen Verfahren. Einige Jahre konnten wir auf Basis von ABM-Mitarbeitern eine Beratungsstelle „Anwalt des Kindes“ unterhalten. Seit 1993 führte der Verein mehrere viersemestrige Weiterbildungen zum Verfahrenspfleger bzw. Anwalt des Kindes mit der Zielsetzung durch, die vom Verein übernommenen Interessenvertretungen auf einem einheitlichen und hohen Qualifikationsniveau zu gewährleisten.

Ein zentrales Ziel unserer Weiterbildung war es, die Befähigung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Fallbearbeitung in interdisziplinären Teams, in denen jeweils eine sozialpädagogisch/ psychologisch und eine juristisch ausgebildete Fachkraft zusammenarbeiten.

Im Augenblick bieten wir monatliche Abendveranstaltungen: Fortbildung, Erfahrungsaustausch und gegenseitige Weiterbildung für tätige VerfahrenspflegerInnen an

Was können wir Ihnen nun anbieten ?

Wir können Ihnen bei Bedarf

vermitteln.

Der Einsatz unserer Teams erfolgte bisher bei gerichtlicher Einschaltung, indem entweder das Zweierteam als Anwalt des Kindes dem Kind/Jugendlichen beigeordnet wurde oder sich die Beiordnung nur auf die Sozialpädagogin oder Psychologin bezog, wobei diese sich eines juristischen Beistands zur Unterstützung des Kindes bediente.

Die Jugendämter haben im Rahmen ihrer Initiativrechte bei den Gerichten ( z.B. § 1666 BGB, § 49 a FGG) die Möglichkeit, die Bestellung eines solchen Verfahrenspfleger-Teams anzuregen, wenn ansonsten im Kampf der Erwachsenen die Rechte des Kindes „unter die Räder kommen“ würde. Dann ist eine unabhängige Interessenvertretung erforderlich (§50 FGG)

Wir verstehen die Aufgabe der Verfahrenspflegschaft als Vertretung des geäußerten und ermutigten Kindeswillens, wobei mit Hilfe von Anwalt des Kindes auch sicher gestellt werden soll, daß das Kind durch entsprechende Information über seine individuellen Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten zunächst einmal eine umfassende Entscheidungsgrundlage erhält. Nach unseren Erfahrungen entspricht das nicht nur dem von den Grundrechten hergeleiteten Gesetzesauftrag, sondern kann gerade auch zur Lösung festgefahrener Erwachsenenkonflikte beitragen.