Pressemitteilung

Brauchen wir wieder eine Ausbildung: „Anwalt des Kindes“?:

Fachtagung am Montag, den 12.06.06 von 18:00 bis 21:30 Uhr im Hamburg-Haus Eimsbüttel, Doormannsweg 12

Der Verein Anwalt des Kindes in Hamburg hat in früheren Jahren als erster überhaupt in Deutschland „Anwälte des Kindes“ ausgebildet. In drei Lehrgängen wurden über vierzig Personen befähigt, Kinder und Jugendliche in sie betreffenden familiengerichtlichen Verfahren qualifiziert und am Interesse des Kindes/Jugendlichen orientiert zu vertreten. In der angekündigten Fachtagung soll überlegt werden, ob wieder ein Bedarf nach Ausbildung besteht und wie eine Ausbildung heute aussehen könnte.

Anlaß für die Fragestellung der Fachtagung ist der Entwurf des „Familienrechtsreformgesetz“ (FAMRG), in dem neue Klarstellungen und neue Anforderungen für die Verfahrenspflegschaft enthalten sind, und außerdem viele Anfragen von an einer Ausbildung interessierten Personen.

Seit 1998 ist in vielen Fällen gesetzlich vorgeschrieben, daß Kinder und Jugendliche in sie betreffenden familiengerichtlichen Verfahren eine Verfahrenspflegschaft erhalten sollen.

Der Verein Verein Anwalt des Kindes in Hamburg e.V. hat sich seit zwanzig Jahren dafür eingesetzt, daß Kinder und Jugendliche in sie betreffenden behördliche und gerichtlichen Verfahren als eigenständige Rechtspersönlichkeit auch einen eigenen beistand, einen „Anwalt des Kindes“ erhalten. Die Verfahrenspflegschaft ist eine Möglichkeit dafür.

Der Verein hat sich immer dafür eingesetzt, daß die Personen, die als „Anwalt des Kindes“ eingesetzt werden eine qualifizierte interdisziplinäre (pädagogisch-psychologisch und juristisch) Ausbildung erhalten und dafür Standards entwickelt.

Zur Veranstaltung am Montag, den 12.06.06 von 18:00 bis 21:30 Uhr im Hamburg-Haus Eimsbüttel, Doormannsweg 12 sind RichterInnen der Hamburger Familiengerichte, MitarbeiterInnen der Jugendämter, FamilienrechtsanwätInnen, schon tätige VerfahrenspflegerInnen und die interessierte Öffentlichkeit eingeladen.

Zur Einführung wird Anke Wagener, Vereinsvormund im Diakonischen Werk Blankenese und Verfahrenspflegerin den Entwurf des Familienrechtsreformgesetz (FAMRG) vorstellen und erläutern, welche neue Klarstellungen und neuen Anforderungen für die Verfahrenspflegschaft es vorsieht.

Anschließende können die Teilnehmenden an Hand von Fragebögen klären, welche Erwartungen und Anforderungen sie an eine Ausbildung zum Anwalt des Kindes haben.

Als Ergebnis erwartet der Verein, Verabredungen, ob und wie eine neue Ausbildung zum Anwalt des Kindes in Hamburg angeboten werden soll.



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