15 Jahre Anwalt des Kindes in Hamburg e.V.

Einladung zum Fachtag am 23.09.02 im Hamburg-Haus-Eimsbüttel

Einladung zum Pressegespräch über die Ergebnisse des Fachtages am 10.10.02 um 11:00

Am 23.09.02 veranstaltet der Verein einen Fachtag von 10:00 bis 20:00 im Hamburg-Haus Eimsbüttel, Doormannweg 12 unter dem Motto: 15 Jahre Anwalt des Kindes in Hamburg e.V. Was wurde erreicht? Was ist noch zu tun?

Eingeladen sind insbesondere Interessierte und Fachleute aus den Bereichen Familiengericht und Jugendamt. Es wird in Arbeitsgruppen bis 16:00 gearbeitet. Anschließend Vorstellung der Ergebnisse und festlicher Ausklang. Die Kindertanzgruppe „mittendrin“ von Nancy Gomes aus Wedel wird ein besonderer Höhepunkt sein. Ein Überraschungsgast wird eine Tombola moderieren.

Zum festlichen Ausklang sind auch Interessierte eingeladen, die nicht am Fachtag teilnehmen konnten.

Für die Medien werden die Ergebnisse in einem Pressegespräch am 10.10.02 um 11 Uhr bei Frau Kuleisa-Binge, Berner Weg 50 in 22393 Hamburg vorgestellt.

Der Verein Anwalt des Kindes in Hamburg e. V. wurde vor über 16 Jahren gegründet. Er setzte sich zum Ziel, die allgemeine Forderung, insbesondere auch der UNO - Kinderrechtskonvention nach eigenständiger Vertretung von Kindern und Jugendlichen in gerichtlichen und behördlichen Verfahren nicht nur politisch zu verbreiten, sondern auch modellhaft zu untermauern.

1987 wurde mit Hilfe von Arbeitsbeschaffungsmitteln der Bundesanstalt für Arbeit eine Beratungsstelle „Anwalt des Kindes“ gegründet, in der ein Team bestehend aus einer Juristin, einer Psychologin, einem Sozialpädagogen und einer Verwaltungskraft, die den sogenannten „gesunden Menschenverstand“ verkörperte, zeigen sollten, daß ein interdisziplinäres Team besser in der Lage ist, Lösungen zum Wohl des Kindes herbeizuführen als eine Einzelperson.

Über Prof. Salgo, der sich an den Verein wandte und seine Unterstützung anbot, wurde der Verein mit den bisherigen Erfahrungen weltweit und insbesondere aus England vertraut gemacht.

Nach drei Jahren mußte die Beratungsstelle wieder geschlossen werden, weil - obwohl in Aussicht gestellt - die Stadt Hamburg kein Geld dafür zur Verfügung stellen wollte.

Um die aus über 400 zum größten Teil erfolgreich abgeschlossenen Fälle erworbenen Erfahrungen nicht zu verlieren, wurde beschlossen, 1993 mit der berufsbegleitenden Ausbildung zum „Anwalt des Kindes“ als Teil eines interdisziplinären Tandems aus juristischen und pädagogisch-psychologischen Sachverstand zu beginnen. Anregungen dazu kamen besonders von dem englischen Modell.

Die Ausbildung dauerte zwei Jahre mit vierzehntägigem zweistündigem Unterricht. Der Unterricht bestand zur Hälfte aus einschlägige Theorie, bezogen auf die besonderen Aufgaben, Kinder und Jugendliche in Verfahren zu vertreten, und zur anderen Hälfte aus Einüben der Haltung: Vertreter und nicht Vormund des Kindes zu sein und das als interdisziplinäres Team. Dabei wurden insbesondere die Erfahrungen der früheren Mitarbeiter der Beratungsstelle direkt eingebracht. An diese zweijährige theoretisch-rollenspielpraktische Ausbildung schloß sich eine einjährige Praxis in der konkreten Fallbearbeitung an. Mittlerweile ist der dritte Kurs abgeschlossen. Bisher wurden so über 30 Personen zu AnwältInnen des Kindes ausgebildet.

Die Erfahrungen dieser Ausbildungen wurden über Fachtagungen verbreitet. Mittlerweile gibt es viele Institutionen, die ähnliche Ausbildungen anbieten. Der Verein arbeitet im Bereich Ausbildung im Augenblick mit der Diakonischen Akademie Deutschland zusammen.

Der Verein hat sich an der Formulierung von Standards für VerfahrenspflegerInnen beteiligt und arbeitet als Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft für Verfahrenspflegschaft für Kinder und Jugendliche e.V. mit.

Auf dem Fachtag soll gemeinsam mit Interessierten eine Bestandsaufnahme gemacht und Aufgaben für die nächste Zeit festgelegt werden. Im Pressegespräch werden die ausgewerteten Ergebnisse vorgestellt.

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